Ausstellung zur Möhnekatastrophe gibt Opfern ein Gesicht

Rund 700 Zwangsarbeiter kamen bei der Möhnekatastrophe im Mai 1943 um Leben. Jetzt arbeiten 17 junge Menschen das Schicksal von 17 Frauen, die im Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen in den Fluten ertranken, historisch und künstlerisch auf.
Begleitet werden sie dabei von der Künstlerin Astrid Breuer, die ihr Atelier im Neheimer "KunstWerk" an der Möhnestraße als Werkstatt zur Verfügung stellt. Jeder Schüler beschäftigt sich mit einer Zwangsarbeiterin und erarbeitet auf der Basis von deren Firmenkarteikarte und Passfoto ein so genanntes "Schwesterbild" oder "Spiegelportrait" der Frau. Unter der Prämisse eines respektvollen Umgangs mit der Person haben die jungen Künstler gestalterisch freie Hand. Die vergrößerten Originalfotos der Opfer und die künstlerischen Interpretationen sollen bei einer Ausstellung gemeinsam zu sehen sein.
Aus historischer Sicht bringt Fabian Timpe, Geschichtslehrer am St.-Ursula-Gymnasium, den Schülern das Thema Zwangsarbeiter in Arnsberg nahe. Werner Neuhaus, pensionierter Geschichtslehrer aus Sundern, bereitet das Thema in Form einer Dokumentation und eines Modells des Barackenlagers für die Ausstellung auf. Diese soll spätestens zum 75. Jahrestag des Unglücks im Mai 2018 im "KunstWerk" eröffnet werden. Die BürgerStiftung unterstützt das Projekt mit 5.000 Euro.

 

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