Ehrenamtliche Helfer setzen Rüdenburg mit 4.000 Arbeitsstunden instand

Rüdenburg
(Luftaufnahme: C. Mauermann)

Nach fast drei Jahren intensiver Forschung und mehreren Grabungskampagnen sind die Instandhaltungsarbeiten an der Rüdenburg, welche die BürgerStiftung mit 5.000 Euro unterstützt hat, nun so gut wie abgeschlossen. Dabei leisteten die Mitglieder des Arnsberger Heimatbundes und ihre Helfer rund 4.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Obwohl die Auswertung der Ergebnisse derzeit noch in vollem Gange ist, zeigt sich schon jetzt: Die Baugeschichte der Burganlage im oberen Ruhrtal muss in großen Teilen neu geschrieben werden.

Schon nach den ersten Grabungstagen unter der Leitung des renommierten Burgenforschers Dr. Joachim Zeune stand fest, dass die gesamte Burganlage nicht wie angenommen als homogener Bau innerhalb einer einzigen Bauphase entstanden ist. Durch die freigelegten Fundamente, die auch deutlich kleiner sind als in älteren Vermessungsgrundlagen von 1930 angegeben, lassen sich insgesamt drei Bauphasen nachweisen. Bisherige Theorien zur Entstehung der Burg können damit widerlegt werden. Auch ein zweiter Turm, der sich nach früheren Erkenntnissen an der Ostseite befinden sollte, konnte nicht nachgewiesen werden.

Bis zum Beginn der Inwertsetzungsarbeiten war die Rüdenburg zu weiten Teilen zugewachsen. Durch den Bewuchs waren die Mauerkronen der Burganlage im Laufe der Jahre fast vollständig zerfallen. Die Wurzeln des aufrankenden Efeus richteten zudem massive Schäden im Gemäuer an. Um die Rüdenburg vor dem weiteren Verfall zu bewahren, hatte der Arnsberger Heimatbund 2010 daher den Beschluss gefasst, die dringend notwendigen Restaurierungsarbeiten anzugehen und bei dieser Gelegenheit auch eine archäologische Untersuchung nach aktuellem Kenntnisstand durchzuführen.

Seit 2012 fanden mehrere Grabungskampagnen statt. Teilweise arbeiteten bis zu 25 Helfer in zwei Schichten daran, die sagenumwobene Burg vom Efeu zu befreien und die Fundamente freizulegen. Künftig soll eine klare Wegeführung die Besucher gezielt über das Burgareal leiten. Darüber hinaus sollen mehrere Infotafeln aufgestellt werden, die den Besuchern die Baugeschichte der Burg anschaulich erläutern. Außerdem soll die Rüdenburg als touristisches Ziel stärker in den nahe vorbeiführenden Ruhrtalradweg und in die Erlebnis-Wanderroute "Kurfürstlicher Thiergarten Arnsberg" eingebunden werden.